Bosch Campus 2
Der Bosch Innovationscampus Budapest erweiterte das Entwicklungszentrum des Unternehmens in Kőbánya im Rahmen der Revitalisierung des brachliegenden Geländes einer ehemaligen Textilfabrik. Das knapp 100.000 Quadratmeter große Gebäudeensemble umfasst Arbeitsplätze für 1.800 Mitarbeitende, 14.000 Quadratmeter Forschungs- und Testlabore, eine instrumentierte Fahrzeugteststrecke, eine mit Präzisionsmesskammern ausgestattete Versuchshalle, ein Parkhaus und eine zentrale Energieversorgung. Der Campus zählt zu den bedeutenden europäischen Entwicklungsstandorten für automatisierte und elektrische Mobilität.
CÉH zRt. war als Generalplaner mit der integralen Fachplanung und der BIM-Koordination am Projekt beteiligt. Die architektonischen, innenarchitektonischen, tragwerksplanerischen, gebäudetechnischen und elektrotechnischen Lösungen wurden in einem einheitlichen System aufeinander abgestimmt. Unser Brückenplanungsteam wirkte außerdem an der Tragwerksplanung der zweigeschossigen Fußgängerbrücke mit, die den bestehenden und den neuen Campus miteinander verbindet.
Die Komplexität der Planung ergab sich aus den unterschiedlichen betrieblichen Anforderungen, die gleichzeitig berücksichtigt werden mussten. Flexible Büro- und Gemeinschaftsflächen, technisch anspruchsvolle Labore, Bereiche für die Fahrzeugerprobung und betriebliche Nebenfunktionen wurden so miteinander verknüpft, dass sie eigenständig funktionieren und zugleich Teil eines gut koordinierten Gesamtsystems sind. Die BIM-gestützte Fachkoordination war insbesondere für die Abstimmung der speziellen technologischen Anforderungen und der zahlreichen Schnittstellen zwischen den Planungsdisziplinen von Bedeutung.
Die überdachten und offenen Fußwege zwischen den Gebäuden sind um einen begrünten Innenhof angeordnet. Mit einem Teich, einer Restaurantterrasse und Aufenthaltsbereichen bildet der Hof das gemeinschaftliche Zentrum des Campus. Zum Raumprogramm gehören außerdem ein Auditorium mit 500 Plätzen, verschiedene Bereiche für die Zusammenarbeit und ein Dachgarten. Die obere, bepflanzte Ebene der zweigeschossigen Brücke setzt die Dachgärten fort. Die untere, geschützte Verbindung ermöglicht zugleich den wetterunabhängigen Transport von Laborausrüstung zwischen den Gebäuden.
Eine zentrale Energieversorgung, hocheffiziente Wärmepumpen, Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung sowie eine automatisierte Beleuchtungs- und Verschattungssteuerung unterstützen den energieeffizienten Betrieb. Die Abwärme der Forschungs- und Entwicklungstestsysteme wird für die Beheizung und Warmwasserbereitung genutzt. Die Revitalisierung der Industriebrache, die Gründächer, mehr als 200 neu gepflanzte Bäume und die umfangreiche Begrünung verbessern sowohl die Qualität des Arbeitsumfelds als auch die städtebauliche Einbindung des Ensembles.
Mit der Investition entstand eine integrierte Forschungs- und Entwicklungsumgebung, in der Büro-, Labor- und Fahrzeugtestfunktionen an einem Standort die Entwicklung neuer Mobilitätstechnologien unterstützen. Die ingenieurtechnische Komplexität, die architektonische Qualität und die umweltbewussten Lösungen des Projekts wurden mit mehreren ungarischen und internationalen Fachpreisen ausgezeichnet.
Projektmanagement: ÓBUDA Group
Ausführendes Unternehmen: Market Építő Zrt.
Partner für Innenarchitektur: MádiLáncos Studio Kft.
Landschaftsarchitektur: Tília Bt.
Auszeichnungen und Anerkennungen:
- XXV. Magyar Ingatlanfejlesztési Nívódíj Pályázat, 2023 – HuGBC-Sonderpreis
- Építőipari Nívódíj, 2023 – Kategorie Industrie- und Energieanlagen, Forschung und Entwicklung
- BIG SEE Architecture Award, 2025 – Gewinner, Kategorie Industrial Buildings and Workspace