Építőipari válság vagy átrendeződés?
Baukrise oder Neuordnung?
Gedanken zur neuesten Folge des Weinberg Podcasts
In der neuesten Episode des Weinberg Podcasts sprach Attila Tóth, Gründungsvorsitzender der CÉH zRt., mit István Derczó, Eigentümer und Geschäftsführer von Weinberg, über die aktuelle Lage der Bauindustrie, die tatsächlichen Prozesse hinter der oft zitierten „Krise“ sowie über unternehmerische und branchenweite Maßnahmen, die in den kommenden Jahren echte Orientierung bieten können.
Die Bauindustrie als Lackmustest
Im Gespräch bezeichnete Attila Tóth die Bauindustrie als Lackmustest, da sie gleichzeitig auf wirtschaftliche, gesellschaftliche und ökologische Prozesse reagiert. Aus diesem Grund ist es irreführend, von einer einheitlichen Baukrise zu sprechen. Unterschiedliche Segmente reagieren unterschiedlich auf Veränderungen im Finanzierungsumfeld, auf die Verlangsamung von Investitionsentscheidungen oder auf die Entwicklung der industriellen Nachfrage. Die entscheidende Frage lautet daher: Wo sind welche Arten von Krisensignalen erkennbar und welche Antworten sind auf Unternehmensebene möglich?
Bewusste Antworten in einem unsicheren Umfeld
Eine der zentralen Aussagen des Gesprächs war, dass Reaktionen in einem unsicheren Marktumfeld nicht instinktiv sein dürfen. Bewusstes Portfoliodenken sowie die kontinuierliche Neubewertung von Märkten und Projekttypen werden zu Schlüsselfaktoren. Ziel ist es nicht, sich in alle Richtungen gleichzeitig zu öffnen, sondern reale Alternativen zu schaffen, die die Abhängigkeiten reduzieren. Attila Tóth betonte, dass Entwicklung auch in Krisenzeiten nicht zum Stillstand kommen darf. Lernen, die Anwendung neuer Methoden und technologische Weiterentwicklung sind keine optionalen Möglichkeiten, sondern Voraussetzungen für Wettbewerbsfähigkeit.
Effizienz, Digitalisierung, Wettbewerbsfähigkeit
Im Podcast wurde zudem thematisiert, dass Digitalisierung nicht lediglich die Einführung neuer Werkzeuge bedeutet. Die eigentliche Frage ist, inwieweit ein Unternehmen in der Lage ist, datenbasierte Entscheidungen zu treffen und die Prozesse von Planung, Bauausführung und Betrieb miteinander zu verknüpfen. Im Gespräch wurde zudem ein ambitioniertes, zugleich sehr konkretes Zielbild skizziert: niedrigere Kostenstrukturen, geringerer Einsatz von Arbeitskraft und kürzere Durchlaufzeiten – ohne diese Faktoren ist langfristige Wettbewerbsfähigkeit im internationalen Umfeld nicht erreichbar.
Nachwuchs und Ausbildung: eine gemeinsame Verantwortung
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf dem Thema Fachkräfte und Nachwuchsentwicklung. Die Gesprächspartner waren sich einig, dass Ausbildung nicht nur ein unternehmerisches Interesse, sondern auch eine gesellschaftliche Verantwortung darstellt. Junge Menschen müssen die Zusammenhänge der Bauindustrie verstehen und Wissen erhalten, das schnell in der Praxis angewendet werden kann. Duale Ausbildung, praxisorientierte Programme und interner Wissenstransfer sind Instrumente, die dazu beitragen, lange Einarbeitungszeiten zu verkürzen und der Branche eine stabilere Perspektive zu geben.
Gemeinsames Nachdenken über die Zukunft
Die Episode des Weinberg Podcasts war keine reine Bestandsaufnahme, sondern ein gemeinsames Nachdenken darüber, wie man sich in einem sich kontinuierlich verändernden Umfeld vorbereitet und bewusst positioniert. Green Retrofit, Infrastrukturentwicklungen sowie Projekte mit höherer Wertschöpfung sind Richtungen, die auch langfristig stabileres Wirtschaften ermöglichen können.
Das vollständige Gespräch richtet sich an all jene, die in den kommenden Jahren in der Bauindustrie nicht nur bestehen, sondern sich durch bewusste Entscheidungen einen Wettbewerbsvorteil aufbauen möchten.