Ungarisches Naturwissenschaftliches Museum – Architekturwettbewerb
Das im Science Park der Universität Debrecen geplante Sammlungszentrum soll als zentrale Basis für die Sammlungs-, Forschungs-, Bildungs- und Digitalisierungsaufgaben des Ungarischen Naturwissenschaftlichen Museums dienen. Das knapp 43.000 Quadratmeter große Gebäude soll die langfristige Bewahrung und wissenschaftliche Erschließung einer naturwissenschaftlichen Sammlung mit mehr als 11 Millionen Objekten ermöglichen. Neben den Sammlungsdepots umfasst das Raumprogramm Bibliotheks- und Archivbereiche, Labore, Werkstätten, Forschungsräume, Büros, Vortragssäle und Schaudepots.
CÉH zRt. entwickelte das architektonische Konzept als einer der direkt eingeladenen Teilnehmer des Wettbewerbs. Im Mittelpunkt der Planung standen die Funktionalität, die sichere Unterbringung der Sammlungsobjekte, die Unterstützung der Forschungsarbeit und ein wirtschaftlicher langfristiger Betrieb. Das komplexe Raumprogramm wurde in einem kompakten, mehrgeschossigen Baukörper mit einer klaren und konsequenten inneren Ordnung organisiert.
Die einzelnen Sammlungsbereiche wurden geschossweise in einem zusammenhängenden System angeordnet. Die zugehörigen Arbeitsräume, Labore und Forschungsbereiche befinden sich jeweils auf derselben Ebene in unmittelbarer Nähe der Depots. Funktionen, die vor natürlichem Licht geschützt werden müssen, wurden im inneren Gebäudekern untergebracht. Büro- und Forschungsarbeitsplätze liegen dagegen in den natürlich belichteten Zonen entlang der Fassade. Diese Organisation ermöglicht kurze Wege und klar strukturierte Arbeitsabläufe.
Ein mehrgeschossiges Atrium an der Südseite des Gebäudes dient zugleich als Empfangsbereich, Lichtschacht und zentraler Orientierungspunkt. Von hier aus sind die Vortragssäle, die Schaudepots und die Bibliothekslesesäle in den oberen Geschossen erreichbar. Besucher- und Veranstaltungsbereiche sind klar von den Betriebs- und Sammlungszonen getrennt, während der Betriebsbereich im Untergeschoss eine eigenständige Einheit bildet.
Eine der wesentlichen Stärken des Entwurfs war die sorgfältig durchdachte Organisation der Innenräume. Die Jury würdigte insbesondere deren hohe räumliche Qualität sowie die gut mit natürlichem Licht versorgten zentralen Bereiche. Hervorgehoben wurde außerdem, dass die Sammlungs-, Forschungs- und Betriebsfunktionen logisch voneinander getrennt sind, ihre funktionalen Verbindungen jedoch ein integriertes und gut nutzbares Gesamtsystem bilden.
Der kompakte Baukörper, die nach energetischen Gesichtspunkten entwickelte Ausrichtung und die konzentrierte Anordnung der Funktionen unterstützen einen langfristig wirtschaftlichen Betrieb. Natürlich belichtete Gemeinschafts- und Forschungsbereiche sowie Holzoberflächen im Innenraum schaffen eine ruhige und menschennahe Arbeitsumgebung.
Auszeichnungen und Anerkennungen:
Architekturwettbewerb für das neue Sammlungszentrum des Ungarischen Naturwissenschaftlichen Museums in Debrecen, 2026 – Sonderankauf